Grüne und Lobbyisten

Die Grünen haben dem Rat der Stadt Olpe einen Antrag vorgelegt, mit dem sie das Ziel verfolgen, in Olpe Nah- und Fernwärmenetze zu installieren. Die Wärme soll durch die Verbrennung von Holzpellets oder Hackschnitzeln erfolgen. Die CO2- Bilanz bei dieser Art der Wärmegewinnung sei signifikant besser als bei fossilen Energieträgern.


Ob wir den Bürgerinnen und Bürgern möglicherweise unter Anwendung des Anschluss- und Benutzungszwangs vorschreiben sollten, ihre Grundstücke an ein Nah- oder Fernwärmenetz anzuschließen, ist die eine Frage. Ihnen wird damit die Möglichkeit genommen, ihren Energieanbieter auszuwählen. Oftmals führt das zu hohen Verbrauchspreisen. 

Nahwärmenetze sind nur wirtschaftlich, wenn viele Verbraucher auf möglichst geringer Fläche angeschlossen werden. Ohne Anschluss- und Benutzungszwang finden sich oftmals zuwenig „Freiwillige“ auf zu großer Fläche. Zuletzt sind Nahwärmeprojekte in Hillmicke und Grevenbrück gescheitert. Auch in Olpe hat es schon erfolglose Versuche gegeben.

Die andere Frage ist aber, ob das Verbrennen von Hackschnitzel und Holzpellets wirklich zur Senkung der CO2- Bilanz in dem Maß beiträgt, wie vielfach behauptet wird. Die Grünen glauben nach Abstimmung mit einem Lobbyverband fest dran:



Wie kann eine Holzverbrennungsheizung eine ausgeglichene CO2- Bilanz erzielen? Bäume entziehen der Luft während ihrer Lebensphase CO2, das wieder freigegeben wird, wenn sie absterben und vermodern. Durch das Verbrennen wird nicht mehr CO2 freigegeben, als beim natürlichen Vermodern der Bäume. Daraus wird die Klimaneutralität hergeleitet.

Allerdings hat die Rechnung einen Haken, der oft verschwiegen wird. Beim natürlichen Vermodern wird das CO2 über viele Jahre langsam abgegeben, während an gleicher Stelle andere Bäume nachwachsen. Beim Verbrennen wird das CO2 nach sehr kurzer Zeit freigegeben. Wenn nicht im gleichen Umfang aufgeforstet wird, kann die CO2- Bilanz auch nicht ausgeglichen sein. Es darf also nicht mehr Holz geschlagen werden, als nachwächst. In vielen EU- Ländern schrumpfen die Waldflächen. Das Holz wird als Brennstoff exportiert, eine Wiederaufforstung findet nicht, oder nur unzureichend statt. Selbst wenn die Bilanz in Deutschland noch ausgeglichen sein sollte, ist der Trend mehr als bedenklich.

Hackschnitzel- und Holzpelletsanlagen haben einen weiteren Nachteil: Der Ausstoß von Feinstaub, Stickoxiden und Kohlenmonoxiden ist deutlich höher, als bei Gas- oder Ölheizungen oder Dieselfahrzeugen. 

Daher ist die Kreisstadt Olpe gut beraten, wenn sie sich nicht einseitig auf eine Form der Wärmegewinnung festlegt.